Das Geheimnis der verlorenen Zeit

Das Geheimnis der verlorenen Zeit
Autor: John Wray
Übersetzer: Bernhard Robben
Rowohlt Verlag
ISBN: 3498073648
736 Seiten, 26,95 Euro

John Wray wurde 1971 in Washington, D.C., als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren. Studium am Oberlin College, an der Columbia University und an der Universität Wien. Er lebt als freier Schriftsteller in Brooklyn und Friesach (Kärnten). 2007 wurde er von dem Literaturmagazin «Granta» unter die zwanzig besten jungen US-Autoren gewählt. Auf Deutsch liegen von ihm die Romane «Retter der Welt» und «Die rechte Hand des Schlafes» vor.
Waldemar Tolliver, so heißt der Erzähler, befindet sich in einer prekären Situation; er ist gefangen in einer Zeitblase und kann ihr nicht entfliehen. Was für andere befremdlich klingt, ist für Waldemar und seine Familie gar nicht so ungewöhnlich, denn seit Waldemars Urgroßvater, im Jahre 1903 angeblich dem Geheimnis der Zeit auf die Spur kam und kurz darauf verschied, suchen die nachfolgenden Generationen nach den verschwundenen Unterlagen. Waldemar nun, sitzt in dieser Zeitblase in der Messie-Wohnung seiner verstorbenen Tanten und schreibt die ganze Familiengeschichte auf.

Schon der Beginn ist spektakulär, denn der Urgroßvater, ein Fabrikant von eingelegten Gurken, kommt ausgerechnet über die Krümmung einer Gurke auf die Krümmung der Zeit und damit zu der Theorie, dass Zeitreisen möglich sein könnten. Er macht sich Notizen und hat den Kopf noch so voll mit seiner Entdeckung, dass er von einem „nahezu bewegungslosen“ Automobil erfasst und getötet wird. Ein Teil der Notizen wird von seinen Söhnen Kaspar und Waldemar gefunden. Die Beschäftigung mit der Zeit und diversen physikalischen Theorien wird in den nächsten Jahrzehnten für einige Familienmitglieder zur Besessenheit.

Man kann diesen grandiosen Roman kaum beschreiben, so viel hat John Wray in sein Werk hinein gepackt. Neben interessanten Gedanken zu verschiedenen Zeitreise-Theorien, finden sich unzählige verschrobene Figuren, Verlierer und Träumer in der Ahnenreihe der „Tollivers“, aber auch ironische Anspielungen auf zeitgeschichtliche Personen kommen nicht zu kurz. Waldemars Vater Orson beispielsweise, ist ein mittelmäßiger SciFi-Autor, dessen Bücher oft als „Sternenpornos“ bezeichnet werden. Eines Tages erhält er Besuch von seinen größten Fans, die das Buch als Grundlage einer wissenschaftlichen Religion verwenden und ihn als Oberhaupt ihrer neu gegründeten Sekte sehen.

Der Erzählstil ist beeindruckend dicht und auch recht ausschweifend, was sicherlich eine Herausforderung für den Übersetzer darstellte. Tolliver erzählt seine Familiengeschichte in Tagebuchnotizen (immer zu derselben Zeit, da sie für ihn ja nicht vergeht) und spricht damit seine große Liebe Mrs. Haven an, in der Hoffnung, dass sie ihn versteht, und wieder zu ihm zurück kommt. Mrs. Haven ist ausgerechnet die Frau des charismatischen Sektengründers der, ebenso wie die Familie von Waldemar, auf der Suche nach dem Geheimnis der verlorenen Zeit ist.
Tolliver springt in seinen Berichten zwischen den Zeiten hin und her, wechselt zwischen den verschiedenen Personen und bekommt ab und zu Besuch aus der Vergangenheit, was einen großen Reiz der Geschichte ausmacht.

John Wray ist mit seinem Roman ein furioses Werk gelungen, das den Leser in eine ganz eigene „Chronosphäre“ entführt. Die Zeit vergeht unbemerkt beim Lesen, doch die Lesezeit für dieses Buch ist zu keiner Sekunde verlorene Zeit. Absolut lesenswert und schon jetzt eines meiner Jahreshighlights.

P.S.: Mit etwas Verständnis und Liebe zur Physik macht das Buch noch mehr Spaß.

Das Leben der Elfen – Muriel Barbery

Das Leben der Elfen
Muriel Barbery
Übersetzerin: Gabriela Zehnder
dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 978-3423280747
303 Seiten, 22,90 Euro

 

Über die Autorin: Muriel Barbery wurde 1960 in Casablanca geboren, studierte Philosophie in Frankreich, lebte einige Jahre in Kyoto und wohnt heute wieder in Frankreich. Ihr viel beachtetes Romandebüt „Die letzte Delikatesse“ erschien 2000. „Die Eleganz des Igels“, ihr zweiter Roman, wurde zu einem großen literarischen Bestseller, in mehr als 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.

Klappentext: Zwei junge Mädchen, die in verschiedenen Ländern aufwachsen: Maria, ein Findelkind, lebt in einem Dorf im Burgund, ist der Natur und den Tieren besonders verbunden, versteht deren Sprache. Clara, die als Waise im Haushalt eines Pfarrers in den Abruzzen aufgenommen wurde, spielt plötzlich schmerzhaft schön Klavier. Sie wissen nichts voneinander – bis Elfen bewirken, dass sie sich kennenlernen. Dank der besonderen Talente von Maria und Clara könnte es gelingen, die Verbindung der Menschen mit den Elfen und die einstige Harmonie zwischen Himmel und Erde wiederherzustellen. Denn es droht Krieg und eine böse Macht rüstet sich…

Meine Meinung: So konkret wie im Klappentext geht es im Buch nicht zu. Bis ungefähr zur Buchmitte kann man nur ansatzweise ahnen, dass die Geschichte um die beiden Mädchen Maria und Clara etwas mit Elfen zu tun hat. Beide Mädchen tauchen als Findelkinder auf und beide verändern ihre Umgebung positiv. Die Erzählperspektive wechselt oft schnell zwischen beiden Mädchen hin und her -anfangs habe ich die Sprünge zwischen beiden gar nicht bemerkt, da es zwischen ihnen einige Parallelen gibt und so waren sie zu Beginn eine einzige Person für mich.

Es folgen unzählige Beschreibungen von Erde, Wind, Landschaft und Wolken und die beschriebenen Personen spielen eine eher untergeordnete Rolle. Die Herkunft der Mädchen bleibt im Ungewissen und über ihr Leben wird nicht viel bekannt. Wäre da nicht ein mysteriöser Elfenrat, der ab und zu tagt, der aber auch niemals deutliche Worte spricht, so findet sich weder der Begriff „Elfen“, noch wird klar, wer von den handelnden Personen zu diesen Fabelwesen gehört.

Maria und Clara sind, ebensowenig wie die ganze Geschichte, greifbar. Man erfährt kaum etwas über ihre Gedanken und alles was sie betrifft, bleibt seltsam verwaschen. Geheimnisvolle Andeutungen über die Vergangenheit der Mädchen wechseln sich mit ausschweifenden Naturbeschreibungen ab.

Das könnte ärgerlich sein für den, der einzig auf die Handlung wartet, die bis kurz vor Schluss nur am Rande stattfindet. Wer nicht von der Sprachmelodie eingefangen wird, die manchmal etwas Biblisches hat, wird keine Freude an diesem Buch haben. Überhaupt scheinen Allegorien zur Bibel gewollt zu sein. Personen wie „der Meister“, „Petrus“ und „Maria“ lassen diese Vermutung aufkommen und auch die bildhafte Sprache erinnert teilweise sehr stark an die Psalmen oder Gleichnisse der Bibel.

Fazit: Ich war von diesem Buch hin- und hergerissen. Es hat lange gedauert, bis ich mich darauf einlassen konnte, doch irgendwann haben mich seine stimmungsvollen Bilder berührt und angesprochen – ich habe nach dem Sinn des Ganzen gesucht und ihn letztlich gefunden. „Das Leben der Elfen“ ist ein Buch, das man mehrmals lesen kann, das den Leser immer wieder neue Entdeckungen machen lässt und das einen mit der Schönheit seiner Sprache einfängt, wenn man bereit ist, sich einfangen zu lassen.

Am Ende muss es noch großen Applaus an die Übersetzerin Gabriela Zehnder geben, die das Ganze so meisterhaft übersetzt hat!

Zitat: „Die Liebe rettet nicht, sie erhöht und lässt uns wachsen, sie behütet in uns, was Licht spendet, und schnitzt es in Holz aus dem Wald. Sie lebt in den unbedeutenden Tagen, den undankbaren Arbeiten, den nutzlosen Stunden, sie gleitet nicht auf goldenen Flößen und funkelnden Flüssen dahin, sie singt nicht und glänzt nicht und verkündet nie etwas. Doch am Abend, wenn die Küche gefegt und die Glut zugedeckt ist und die Kinder schlafen – am Abend zwischen den Bettlaken, in den langen Blicken, wenn man sich weder rührt noch spricht – , am Abend schließlich, in der Müdigkeit unseres unbedeutenden Lebens und der Plattheit unserer nichtigen Existenz, werden wir jeder zum Brunnen, aus dem der andere schöpft, und wir lieben einander und lernen, uns selbst zu lieben…“

Vom Ende der Einsamkeit – Benedict Wells

Vom Ende der Einsamkeit
Benedict Wells
Diogenes
ISBN: 978-3257069587
368 Seiten, 22 Euro

Über den Autor: Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Sein vielbeachtetes Debüt „Becks letzter Sommer“ erschien 2008 und wurde 2015 fürs Kino verfilmt. Sein Roman „Fast genial“ (2011) stand wochenlang aus der Spiegel-Bestsellerliste.

Handlung: „Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.“
Jules und seine Geschwister Marty und Liz sind grundverschieden, doch ein tragisches Ereignis prägt alle drei: Behütet aufgewachsen, haben sie als Kinder ihre Eltern durch einen Unfall verloren. Obwohl sie auf dasselbe Internat kommen, geht jeder seinen eigenen Weg, sie werden sich fremd und verlieren einander aus den Augen. Vor allem der einst so selbstbewusste Jules zieht sich immer mehr in seine Traumwelten zurück. Nur mit der geheimnisvollen Alva schließt er Freundschaft, doch erst Jahre später wird er begreifen, was sie ihm bedeutet – und was sie ihm immer verschwiegen hat…

Meine Meinung: Bereits nach ganz wenigen Seiten wusste ich, dass ich ein ganz besonderes Buch in den Händen hielt; ein Buch, das durch die Magie seiner Sprache intensiv berührt und das schon jetzt das Zeug hat, zu meinem Jahreshighlight zu werden. Die Beschreibung zu Jules und seinen Geschwistern streift das Wesentliche meiner Meinung nach nur und es zeigt sich, dass es schwer ist, in ein paar wenigen Sätzen dem gerecht zu werden, was dieses Buch ausmacht.

Jules, der Erzähler blickt zurück auf seine Kindheit. Der Unfalltod der Eltern teilt sie auf in ein „Davor“ und ein „Danach“ und macht sie zu den einsamsten Geschwistern der Welt, wie es sein Bruder Marty Jahre später in einem anderen Zusammenhang fast scherzhaft erwähnt. Jedes der Kinder muss seinen eigenen Platz im Leben finden und Jules beobachtet sie und sich selbst rückblickend dabei.

Jeder leidet auf seine Weise und jeder geht anders mit dem Geschehenen um, doch die Narben tragen alle gemeinsam. Besonders Jules kommt mit dem Abschied vom Vater nicht zurecht.

Zitat: „Ich habe später dem „Ich hasse dich“ nie mehr etwas hinzufügen können, und so blieb es das Letzte, was ich meinem Vater vor seinem Tod sagte.“

Es sind solche oft kurzen Sätze, die seine Einsamkeit und seinen Verlust deutlich machen und es gibt eine Menge davon. Jeder bringt sein Leid auf den Punkt – jeder berührt. Trotzdem gleitet der Erzähler nicht in banales Jammern oder Selbstmitleid ab. Er erzählt ruhig und blickt fast philosophisch auf die Vergangenheit und die Gegenwart, die aus dieser hervorging.

Neben der Auseinandersetzung mit der Einsamkeit und dem Verlust, geht es aber auch um eine ganz große Liebesgeschichte, die ohne Kitsch und Klischees auskommt und dennoch zu Tränen rührt.
Ich habe die Angewohnheit, bei jeder Stelle eines Buches, die es sich meiner Meinung nach zu zitieren lohnt, ein ganz winziges Eselsöhrchen in die obere Ecke einer Seite zu falten – dieses Buch hat unzählige davon…

Mein Fazit: Ein wundervoller und stark erzählter – ein ganz großer Roman.

„Das Leben ist kein Nullnumernspiel. Es schuldet einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt. Ich zog dem Schicksal die Maske vom Gesciht und fand darunter nur den Zufall.“

Die Frauen von La Principal

17672

Die Frauen von La Principal

Lluis Llach

Insel Verlag

ISBN: 3458176721

319 Seiten, 19,95 Euro

 

Über den Autor: Lluís Llach, geboren 1948, erlangte als Sänger der Nova cançó große Berühmtheit. Sein während der Franco-Diktatur im Pariser Exil entstandener Song L’Estaca gilt als die Hymne der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Llach lebt auf seinem Weingut im katalanischen Dorf Porrera. Die Frauen von La Principal ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung.

Kurzbeschreibung: Maria weiß, die Entscheidung ist längst gefallen: Ihr Vater geht mit den vier Brüdern nach Barcelona, sie selbst muss bleiben. Als die einzige Tochter soll sie das verwalten, was nach dem Sommer 1893 vom Weingut La Principal übrig ist. Für sie die Enttäuschung ihres Lebens, für alle anderen im Dorf der Beginn einer neuen Zeit. Denn Maria findet überraschend einen Weg, mit viel Mut und noch mehr Eigensinn verwandelt sie La Principal in das Anwesen von damals und sich selbst in die mächtigste Frau ihrer Heimat, ein Leben lang bewundert, ein Leben lang beneidet. Doch als man am Vorabend des Spanischen Bürgerkriegs eine Leiche findet, wird Marias Vermächtnis an die Tochter zu einer gefährlichen Bürde …

Die Frauen von La Principal ist ein Roman über die Wärme und Kraft der eigenen Heimat. Lluís Llach erzählt darin eine Geschichte von Müttern, von Töchtern und Schwestern, von all denjenigen, die sich hingebungsvoll einer Aufgabe widmen und ihr Glück erkämpfen – ein Lebensglück, das so schillernd und flüchtig bleibt wie der Lichtschein an den Weinhängen ihres Dorfes.

Meine Meinung: Es gibt dieser Tage wenige Romane über die Zeit vor dem spanischen Bürgerkrieg, doch das Spanien, das wir heute kennen, entstand aus dieser unruhigen Zeit. Maria, die erste Hauptfigur des Romans, hat in ihrer Familie die denkbar schlechteste Rolle zugewiesen bekommen und doch ist es gerade sie, die sich behauptet und das heruntergekommene Weingut, auf dem sie von Vater und Brüdern zurück gelassen wird, zu einem der größten und einflussreichsten der Gegend macht.

Der Fokus dieses Buches liegt, wie der Titel schon sagt, auf den Frauen von La Principal. Es finden sich viele kleine Geschichten aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Man lernt die Menschen auf dem Gut kennen, erlebt die politischen Verhältnisse mit und wird in einen Mordfall hineingezogen, der der Familie noch Jahre später schaden kann.

Die Figuren sind sehr intensiv gezeichnet und man sieht sie förmlich vor Augen, spürt ihre Stimmungen, liebt, lebt und bangt mit ihnen mit.

Der Erzählstil ist ruhig und unaufgeregt und trotzdem ohne Längen, denn es gibt so viel zu erleben auf diesem kleinen Fleckchen Erde, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen mag. Von mir eine Leseempfehlung für einen Roman über starke Frauen, komplizierte politische Verhältnisse und die Liebe zum Leben und letztlich zur Familie.

Runa – Vera Buck

Runa – Vera Buck

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Limes Verlag (24. August 2015)
ISBN: 978-3809026525
Preis Gebundene Ausgabe: Euro 19.99

Jori Hell studiert 1884 in Paris an der Salpêtrière-Klinik und bewundert Dr. Charcots Vorlesungen und Experimente mit hysterischen Patientinnen. Er hat diese medizinische Fachrichtung nicht ganz uneigennützig gewählt, denn zu Hause in der Schweiz leidet seine große Liebe Paula ebenfalls an einer Nervenkrankheit. Die neuesten medizinischen Thesen gehen davon aus, dass man bestimmte Krankheitsbilder heilen kann, indem man den vermuteten Auslöser, sprich das befallene Hirnareal entfernt. Um Die Aufmerksamkeit von Dr. Charcot zu gewinnen, bietet Jori an, diese OP an Runa, einem besonders schweren Fall, durchzuführen. Das Mädchen ist unberechenbar und gefährlich und wird Jori an seine Grenzen bringen.

Im Nachhinein muss ich sagen, hätte es gar keinen Jori und gar keine Runa gebraucht, um diesem Buch Spannung zu verleihen. Allein die geschilderten Fälle und Behandlungsmethoden der damaligen Zeit verursachen Gänsehaut und rufen Entsetzen hervor. Der Umgang mit seelisch kranken Patienten, der sich noch bis weit in das letzte Jahrhundert gehalten hat, ist unglaublich erschreckend und beängstigend. Diejenigen, die sich mit der „Heilung“ von neurologischen und psychiatrischen Krankheiten beschäftigten, ließen teilweise jegliche Menschlichkeit im Umgang mit ihren Patienten vermissen. Die Menschen wurden als Forschungsobjekte betrachtet und ähnlich gefühllos, wie heute noch bei Tierversuchen, behandelt.

Dieses Vorgehen wird auch bei „Runa“ sehr deutlich. Neben den interessanten und erschreckenden Berichten über die medizinische Seite, hat die Autorin Vera Buck einen hoch spannenden und düsteren Plot entwickelt. Sie erweckt in ihrem Buch die dunkle Seite von Paris zum Leben, erschafft Figuren, die unheimlich und skurril sind und steigert die Spannung von Seite zu Seite.

Ich war begeistert von diesem Buch und konnte nicht mehr mit dem Lesen aufhören.Hier passt einfach alles. Eine spannende Handlung, gut gemischt mit historischen Tatsachen und interesanten Figuren. „Runa“ ist für mich eines meiner Jahreshighlights 2015.

Zwei Schwestern – Dorothy Baker

Dorothy Baker
dtv 2005. 280 Seiten
ISBN-13: 978-342328059
Originaltitel: Cassandra at the wedding (engl. 1962)

 

In dem Roman „Zwei Schwestern“ von Dorothy Baker geht es um eine intensive Zwillingsbeziehung, eine Beziehung, die droht, einseitig zu werden, denn Judith, die Schwester von Cassandra, beschließt zu heiraten. Cassandra reist zur Hochzeit nach Hause auf die Farm ihrer Familie und tut alles, um Judith davon abzuhalten, ihr enges Band durch eine Heirat zu zerschneiden.

Über weite Teile kommt Cassandra zu Wort und im gesamten Buch geht es fast nur um ihre Befindlichkeiten. Man erfährt nebenbei von der ungewöhnlich isolierten Familie, in der die Schwestern groß geworden sind. Es gab wenig Kontakte zur Außenwelt und man hat den Eindruck, dass die Eltern, die Großmutter, aber Judith und Cassandra kein Bedürfnis auf Verbindungen außerhalb der Familie hatten. Die Mädchen sind eng verbunden, doch es ist, wie in manch einer Liebesbeziehung; einer liebt mehr und erwartet mehr von dem anderen. Cassandra ist die Fordernde und lässt Judith in langen Monologen, spüren, dass sie diese Hochzeit nicht will. Sie macht klar, dass sie beide zusammengehören, dass sie eigentlich eine Person sind, so eng empfindet sie die Bindung zu Judith. Alles, was Judith sagt und tut, legt Cassandra in ihrem Interesse aus und als kein Mittel mehr hilft, die Schwester von der Hochzeit und der damit verbundenen Trennung der beiden abzubringen, greift Cassandra zu ihrem letzten Trumpf.

Dorothy Bakers Roman erschien 1962 und die Handlung erinnert mich an einige Filme aus den 60er Jahren ‚ überdrehte, verwöhnte Frau tritt auf und redet alles in Grund und Boden. Zwischendrin trinkt sie jede Menge Alkohol und schluckt auch ein paar Tabletten. Was im Film anstrengend ist, lässt sich auch hier teilweise anstrengend lesen. Ihre Drama-Queen ist Cassandra und sie beherrscht die Kunst der moralischen Erpressung perfekt und setzt sie permanent ein. Das machte sie mir als Leserin nicht unbedingt sympathisch.
Dorothy Baker hat mit Cassandra einen schwierigen Charakter erschaffen, der sich fast verselbstständigt hat und so in den Mittelpunkt der Geschichte rückt, dass man versteht, warum sich die Schwester von ihr trennen muss, um als eigenständige Person zu überleben.

Mein Fazit: Ein interessanter und sehr gut geschriebener Roman mit einer etwas anstrengenden Hauptfigur, die aber so intensiv und gut dargestellt ist, dass man gar nicht anders kann, als dem Verlauf der Handlung zu folgen, um zu erfahren, ob es Judith gelingt, sich aus der engen Umklammerung der Schwester zu lösen.

Das barmherzige Fallbeil – Fred Vargas

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Limes Verlag (26. Oktober 2015)
ISBN: 978-3809026594
Originaltitel: Temps Glaciaires
Preis gebundene Ausgabe: Euro 19.99

Endlich gibt es wieder etwas zu tun für Kommissar Adamsberg und ein Team. Und wer Angst gehabt haben sollte, dass die lange Pause seit „Die Nacht des Zorns“ Fred Vargas irgendwie aus dem Takt gebracht hat, dem sei gesagt, dass diese Angst vollkommen unbegründet ist. Auch der neue Band um Adamsberg bietet einen erstklassigen Lesespaß für den eingefleischten Vargas-Fan.

Natürlich ist der Fall, den Adamsberg zu bearbeiten hat, wie alle seine Fälle, sehr knifflig und kompliziert. Eine ehemalige Mathematiklehrerin gibt kurz vor ihrem Tod einen Brief auf. Empfänger ist der ihr unbekannte Sohn eines reichen Unternehmers, der nur sehr kurz nach dem Empfang des Briefes den Verlust des Vaters zu beklagen hat. Was niemand in Zusammenhang gebracht hätte – Adamsberg tut es und stößt damit auf einen lange zurück liegenden Fall. Während seiner Ermittlungen lernt er eine Geheimgesellschaft kennen, hat mit Robespierre Umgang und muss feststellen, dass das rätselhafte Sterben kein Ende nimmt.

Man muss den Stil von Fred Vargas mögen, denn ihre Kriminalfälle weichen sehr von dem ab, was der Leser „ganz normaler“ Krimis kennt und möglicherweise schätzt. Die Figuren sind skurril, die Dialoge erschließen sich teilweise erst, nachdem man sie ein zweites Mal gelesen hat und keiner der Fälle ist in irgendeiner Form als geradlinig zu bezeichnen. Adamsberg ist ein Querdenker und er hat ein Team von ganz besonderen Mitarbeitern um sich geschart. Jeder hat bei Vargas so seine Eigenarten und selbst die Tiere über die sie schreibt, sind ein wenig verschroben. Genau das ist es, was für mich den Charme dieser Krimis ausmacht, denen es außerdem nicht an Spannung mangelt.

Mein Fazit: Das lange Warten hat sich gelohnt. Mit „Das barmherzige Fallbeil“ liefert Vargas wieder einmal einen Krimi der Extraklasse ab, in dem sich aus einem anfänglichen „Algenknäuel“ verschiedener Fakten und Spuren ein spannender und intelligent aufgebauter Fall entwickelt.

H wie Habicht – Helen Macdonald

H wie Habicht

(c) Ullstein Buchverlage

H wie Habicht
Helen Macdonald
ISBN: 3793422984
Allegria
416 Seiten, 20 Euro

Über die Autorin: Helen Macdonald ist Autorin, Lyrikerin, Illustratorin und Historikerin. Sie arbeitet an der University of Cambridge, England, im Bereich Geschichte und Philosophie der Wissenschaften. H wie Habicht erhielt in England den renommierten Samuel Johnson Prize, der herausragenden Sachbüchern verliehen wird, sowie den Costa Award für das beste Buch des Jahres.

Klappentext: Schon als Kind beschloss Helen Macdonald, Falknerin zu werden. Sie eignete sich das komplizierte Fachvokabular an, mit dem sich die Falkner wie in einer Geheimsprache untereinander verständigen, und las die Klassiker der Falknereiliteratur. Ihr Vater unterstützte sie in dieser ungewöhnlichen Leidenschaft, er lehrte sie Geduld und Selbstvertrauen und blieb eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben.
Als ihr Vater stirbt, setzt sich ein Gedanke in Helens Kopf fest: Sie muss ihren eigenen Habicht abrichten. Sie ersteht einen der beeindruckenden Vögel, ein Habichtweibchen, das sie auf den Namen Mabel tauft, und begibt sich auf die abenteuerliche Reise, das wildeste aller wilden Tiere zu zähmen.

Meine Meinung: Helen Macdonald ist eine außergewöhnliche Frau und schon als Kind zeigte sich, dass ihr Berufswunsch von denen anderer Kinder weit abwich, denn welches Kind träumt schon davon, Falknerin zu werden? In einem Alter, indem ihre Altersgenossinnen Pferdebücher und Internatsgeschichten lasen, verschlang sie alles über die Falknerei, was sie finden konnte. Ihr Vater unterstützte sie bei ihrem Wissensdrang und in Antiquariaten erstanden sie historische Schriften zu dem Thema. Als ihr Vater stirbt, fällt Helen in ein tiefes Loch und ihr Leben verliert jeden Glanz, bis in ihr der Wunsch aufkommt, einen Habicht abzurichten. Sie ahnt es eher, als dass sie es weiß; dieses Tier wird ihr Leben retten.

Dass dieses Buch als Sachbuch eingestuft wird, kann ich nicht nachvollziehen, doch es ist schwer, es überhaupt irgendwo einordnen zu wollen. Ob Sachbuch, oder Autobiografie, der Schreibstil ist so poetisch und beweist, dass in Helen nicht nur eine herausragende Falknerin steckt, sondern auch eine Literatin, die es schafft, Vogel und Mensch zu gleichermaßen zu beeindrucken. Sie lässt sich mit Haut und Haar auf das Habichtweibchen Mabel ein und ganz langsam ist eine Veränderung ihrer Trauer zu spüren und auch Mabel beginnt sich langsam und unmerklich zu verändern.

Es gibt einen weiteren Erzählstrang, der sich mit der Geschichte der Falknerei und der Rolle des Habichts beschäftigt und sehr häufig wird auf den englischen Schriftsteller T.H. White eingegangen, der seinerzeit als sehr umstritten galt.

Sprache und Stimmung beeindrucken und fesseln. Man spürt die Trauer, die Depression und fühlt die Verletzung die Helen durch den Verlust des Vaters erlitten hat und fühlt sich doch beim Lesen wohl, da ihre Worte so voll mit tröstlicher Poesie angereichert sind.
Ich könnte noch viel mehr zu diesem Buch schreiben und würde ihm nicht gerecht. Die Persönlichkeit Helen Macdonalds und die des Habichtweibchens Mabel, sowie die vollkommene Einlassung eines Menschen auf die Persönlichkeit eines Tieres sind absolut beeindruckend. Ich wünsche dem Buch, dass es nicht unbeachtet in seiner Sachbuch-Ecke vergessen wird, sondern noch ganz viele Leser findet und ich setze es ganz bewusst in die Kategorie Belletristik, was ja ursprünglich nichts anderes als schöne Literatur bedeutet und dazu zählt dieses Buch ganz gewiss.

Und du bist nicht zurückgekommen – Marceline Loridan-Ivens

Und du bist nicht zurückgekommen

Und du bist nicht zurückgekommen
Marceline Loridan-Ivens
ISBN: 3458176608
Insel Verlag
111 Seiten, 15 Euro

Über die Autorin: Die 15-jährige Marceline Rozenberg, Tochter von 1919 aus Polen nach Frankreich eingewanderter Juden, wurde im Jahre 1943 gemeinsam mit ihrem Vater in der Vaucluse (Südfrankreich) verhaftet und am 13. April 1944 mit dem 71. Transport ins KZ Auschwitz deportiert, wo sie insgesamt 45 Angehörige verlieren sollte. Mit dem Anrücken der Roten Armee Anfang 1945 wurde sie zu einem Todesmarsch ins KZ Bergen-Belsen getrieben. Ihre Befreiung erlebte die 17-jährige im Mai 1945 im Ghetto Theresienstadt. Im Juli 1945 kehrte Marceline Rozenberg nach Frankreich zurück. Dort begann sie unter dem Namen Marceline Loridan ihre Zusammenarbeit (als Assistentin) mit diversen Dokumentarfilmregisseuren, darunter Jean Rouch und Joris Ivens. Letztgenannter sollte später ihr Ehemann werden. Sie ist Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Sie lebt in Paris. (Quelle: Wikipedia)

Kurzbeschreibung: Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.

Meine Meinung: Marceline Lorindan-Ivens schreibt im hohen Alter einen Brief an ihren Vater, der das Lager nicht überlebt hat. Mit diesem Brief, den sie an ihn richtet, zieht sie eine persönliche Bilanz und versucht etwas zu verarbeiten, das sie ihr ganzes Leben nicht mehr losgelassen hat.
Sie schildert die unmenschlichen Lebensumstände in Birkenau, das menschenverachtende System, dem sie hilflos ausgesetzt war und ihre Gedanken, die sie bei der Arbeit in der direkten Nähe der Gaskammern hatte.

Beim Lesen dieses Briefes spürt man, wie sehr Marceline diese Zeit im Lager geprägt hat. Sie hat ihr Leben in ein Davor und in ein Danach aufgeteilt und sie wird niemals mehr unbeschwert sein können. Es ist nicht nur die Erinnerung an Grausamkeit, Kälte und den allgegenwärtigen Tod, die sie umtreibt; es ist ein Verlust, den sie in diesem Brief vor sich selbst und ihrem Vater versucht zu rechtfertigen.

Damals im Lager gelang es ihrem Vater, ihr eine Nachricht zukommen zu lassen. Ein kleines Stückchen Papier mit seiner Handschrift, geschmuggelt in höchster Gefahr und man würde annehmen, dass ihr die Worte so wertvoll waren, dass sie sie auswendig gelernt hätte – doch sie vergisst, was auf diesem Zettel stand. Sie sucht ihr Leben lang nach den Worten dieser Botschaft, die ihr Gedächtnis so unwiderruflich ausgelöscht hat und nach einer Erklärung, die ihr die Absolution für dieses Vergessen erteilt. Sie hat eine Formulierung für sich gefunden, etwas, mit dem sie leben kann und doch merkt man beim Lesen, wie sehr dieses Vergessen auf ihr lastet.

Sie berichtet ihrem Vater von ihrem Leben nach ihrer Rückkehr aus dem Lager und immer wieder hat sie das Gefühl, dass es nicht richtig war, dass sie überlebt hat, ist der Meinung, dass eigentlich er hätte zurückkehren müssen. Am Schluss stellt sie sich die Frage: „Jetzt da das Leben zu Ende geht, meinst du, dass wir gut daran taten, aus den Lagern zurückzukommen?“

Man spürt beim Lesen, dass sie, wie so viele Überlebende, nicht ganz zurückgekehrt ist – dass sie das Lager ein ganzes Leben lang in sich getragen hat und begreift ansatzweise, dass das Geschenk des Überlebens eine lebenslange Last sein kann.

Mein Fazit: Ein Zeitzeugenbericht, berührend, bedrückend und wichtig – ein Brief, der zwar nicht den Vater, doch aber uns Leser erreicht und den man so schnell nicht vergisst.

Suhrkamp/Insel

Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

51X6rzrTtlL._SX312_BO1,204,203,200_

Das Licht der letzten Tage
Emily St. John Mandel
Piper
ISBN: 3492060226
416 Seiten, 14,99 Euro

Über die Autorin: Emily St. John Mandel, geb. 1979, wuchs an der Westküste von British Columbia in Kanada auf. Sie studierte zeitgenössischen Tanz an der »School of Toronto Dance Theatre« und lebte danach kurze Zeit in Montreal, bevor sie nach New York umzog und anfing, für das literarische Online-Magazin »The Millions« zu schreiben. Sie lebt dort mit ihrem Ehemann. »Das Licht der letzten Tage« war auf der Shortlist des National Book Award, eines der renommiertesten Literaturpreise der USA, und stand monatelang auf der New-York-Times-Bestsellerliste.

Kurzbeschreibung: Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Meine Meinung: Ein Szenario, vor dem immer mal wieder gewarnt wird und das vielleicht von uns gerade, weil es durchaus denkbar ist, am liebsten ignoriert wird; eine Grippepandemie durch ein mutiertes Schweinegrippevirus vernichtet dank der Globalisierung innerhalb kürzester Zeit fast 99% der Menschheit.

Das Buch erzählt sehr intensiv die Lebensgeschichten einer Gruppe Menschen und ihr Leben in der Zeit danach, aber auch in der Zeit davor. Bezugspunkt ist der Schauspieler Arthur Leander, der sozusagen gleich im ersten Akt einen dramatischen Abgang hinlegt, indem er mitten in einer Shakespeare-Aufführung einen Herzinfarkt erleidet und stirbt. Hauptfiguren in diesem Roman sind Menschen, die Arthur mehr oder weniger gut kannten und die auf mich lange Zeit wie eine willkürlich zusammengestellte Gruppe wirkten, bis sich am Ende der Kreis wieder schließt und das Ganze perfekt abrundet.

Es geht um ein Mädchen, dem Arthur am Tag seines Todes zwei Comics über eine untergehende Raumstation schenkt, an denen seine erste Frau lange gearbeitet hat und es geht um die zweite Frau Arthurs und seinen Sohn Tyler, die die Apokalypse überleben; Sein Freund Clark spielt eine Rolle, aber auch der Sanitäter, der noch auf der Bühne Arthur zur Hilfe eilt und der nichts mehr für ihn tun kann. Sie alle überstehen den Ausbruch der Krankheit und jeder hat seine ganz eigene Geschichte – für jeden bedeutet der Untergang der Zivilisation etwas anderes, was häufig erst durch Rückblenden auf das Leben vor der Katastrophe deutlich wird.

Das Buch ist eine Dystopie und doch fehlen ihm fast alle stereotypen Bilder, die man von den massentauglichen Romanen dieses Genres kennt und fast schon erwartet. Poetisch und leicht melancholisch erzählt die Autorin von der untergegangenen Welt, verknüpft immer wieder die einzelnen Lebensgeschichten mit Arthur, oder mit dem Inhalt der Comics und schafft so eine ganz besondere Stimmung.
Sie lässt den Helden der untergegangenen Raumstation sagen:

„So stand ich da, blickte auf mein zerstörtes Zuhause und versuchte zu vergessen wie süß das Leben auf der Erde gewesen war.“

Und genau das ist für mich die Essenz dieses grandiosen Romans; beim Lesen wird uns bewusst, in welcher Schönheit und mit welchen unglaublichen Erfindungen wir leben dürfen und was es für uns persönlich bedeuten würde, dieses alles zu verlieren – in einem Augenblick – für immer.

Mein Fazit: Ein verstörender, ein betörender und absolut grandioser Roman. Nur die Übersetzung hat Kritik verdient, denn auch wenn es heutzutage scheinbar immer mehr üblich ist, den Genitiv zu ignorieren, kann und werde ich mich als Leserin nicht damit abfinden, weil es nicht meinem Sprachempfinden entspricht.